Pressebericht aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 27. Dezember 2004
Der wahre Geist der Weihnacht "spukte" in der Mälzerei
Von Peter Lahr
Mosbach. Engagierte Christen bereiteten 80 Gästen einen unvergesslichen Heiligabend - Einige kamen gleich mit der ganzen FamilieUnter dem Motto "Alle Jahre wieder!?" boten 40 Helfer aus der Christuskirchengemeinde und verschiedene anderen Mosbacher Kirchengemeinden am Heiligabend 80 Gästen in der Alten Mälzerei eine außergewöhnliche Feier mit Besinnung, Festessen, gemeinsamem Spiel, Weihnachtsliedern und Geschenken.
Bereits seit September laufen die Vorbereitungen für diesen Abend, der in dieser Form bereits zum vierten Mal stattfand.
Neu war diesmal, dass sich auch viele Christen von außerhalb der Christusgemeinde engagierten. "Viele kommen gleich mit der ganzen Familie", freuen sich Immanuel Böker und Klaus Jäckle, die gemeinsam als Moderatoren durch den Abend führen.
Eine Stunde vor dem offiziellen Beginn versammeln sich die Heller vor Ort noch einmal zu einer letzten Besprechung. Sie bereite ten 80 Gästen einen unvergesslichen Weihnachtsabend in der Alten Mälzerei. In einem kurzen Gebet bitten sie anschließend um Ru he und Kraft und darum, dass es für alle An wesenden Weihnachten werden möge.
In den letzten Wochen suchten und fanden die 40 Heller nicht nur Sponsoren, sie entwickelten und realisierten das gesamte Programm für den abwechslungsreichen Abend. Sie verpackten unzählige Weihnachtsgeschenke. Sie organisierten Küche und den Transport der Speisen aus der Deetken-Mühle in die Mälzerei. Sie kopierten Liedtexte und dekorierten zuletzt den Saal festlich. Dass das alles mit sehr viel Zeitaufwand,
Überlegung und Liebe zum Detail geschehen war, sehen die Gäste auf den ersten Blick.
Ob aus Neckarburken, Makedonien oder Mosbach, willkommen fühlen sich alle. Mancher kommt alleine, andere bringen die ganze Familie mit. Bis zu drei Generationen versammeln sich um die 11 Tische á zehn Personen - für die Kinder gibt es später ein Extraprogramm. Als Ansprechpartner und Heller sitzt an jedem Tisch auch ein Mitglied des Veranstalterteams.
Zur Begrüßung erhalten die Ankommen den ein Glas Orangensaft im Foyer. Im Saal warten 27 Liter alkoholfreier Punsch auf die Gäste. Die überall präsenten Weihnachtsplätzchen haben Mosbacher Bäcker gestiftet. Saft und Mineralwasser ist bereits auf den festlich geschmückten und gedeckten Tischen verteilt. Kerzen verbreiten gemütliches Licht.
"Guck mal, ob der Punsch läuft", ruft im Nebenraum Nicole Vierling einem Helfer zu. Vor vier Jahren war sie Gast beim ersten "Heiligab"quo;end in der Mälzerei“. Seit dem zweiten Mal engagiert sie sich als Heller.
Dieses Jahr ist sie für die Getränke verantwortlich. Für Nicole Vierling ist die Feier eine "sehr gesegnete Sache". Da zu Weihnachten neben einem guten Essen und Geschenken
auch die Botschaft gehöre, gefalle ihr die Form der Feier. Die werde bewusst nicht als Gottesdienst gestaltet, sondern so, dass auch Leute von außerhalb damit umgehen können. "Uns ist das wahre Weihnachten wichtig", sagt Nicole Vierling zu ihrer Motivation.
Mit den eigenen Kindheitserinnerungen an Weihnachten eröffnen Immanuel Böker und Klaus Jäckle den Abend. Johannes Roch steuert vorweihnachtliche Impressionen aus Mosbach bei, die er zu einer spannenden Fotoschau zusammengestellt hat, Andreas und Sebastian Hörner interviewten zusammen bekannte und unbekannte Einwohner. Lustige und nachdenklich machende Antworten er hielten sie auf ihre Frage nach dem Sinn von Weihnachten und dem schönsten Weihnachtsgeschenk.
In das Land der Holzpuppen entführt Sigrid Zumbach-Ischir mit ihrer Punschinello Geschichte.
Doch schnell wird deutlich, dass die sich stets einander beurteilenden Holz- puppen recht menschliche Züge besitzen. Die Begegnung nut Lucia und schließlich dem Meister und Schöpfer Eh hilft der Puppe Punschinello zu der neuen Erkenntnis: "Je der Mensch ist ein Gedanke Gottes und ein geliebtes Geschöpf Gottes."
Mittlerweile ist das Küchenteam um Sigrid und Otto Hörner aus der Deetken-Mühle an gekommen. In großen Thermobehältern bringen sie über hundert Portionen gebratene Hühnerbrüstchen, Soßen, Nudeln und Karotten-Lauch-Gemüse. Das "Verwöhnteam" postiert sich entlang der Essensausgabe und legt los. Allen Gästen schmeckt es prima und später sorgt nur das gemeinsame Punschinello-Spiel - ebenfalls vom Team selbst entworfen und realisiert - für noch mehr " Ahs! ‘, "Ohs!" und fröhliches Gelächter.
Da die Geschenke nicht alle unter dem Weihnachtsbaum Platz finden, v"e"rteilen sie ansch“ließend die „ Tischmeister“ im Aus tausch gegen die im Spiel erworbenen Punkte und Sterne.
Über die ausgepackten Tee lichter, Milchaufschäumer und Tücher freu en sich die Beschenkten. "Ich bin total fertig, toll, sehr schön!" kommentiert eine Tischnachbarin ihre neue Handtasche.
Während die unermüdlichen Heller bereits Kaffee und Gebäck verteilen, treten auf der Bühne die Musiker in Aktion. Hans Jürgen Bubser (Keyboard), Johannes Roch (Gitarre), Maya Roch (Querflöte) und Iris Scharf (Ge sang) begleiten die gemeinsam gesungenen Weihnachtslieder, an die sich die Weihnachtsgeschichte anschließt.
Zum Abschluss erhalten die Besucher noch eine Weihnachtsgrußkarte "mit zwei Geheimnissen", wie Immanuel Böker betont. Während auf die Heller mit Aufräumen, Spülen und Abbauen noch jede Menge Arbeit wartet, ist Immanuel Böker hochzufrieden mit dem Verlauf des Abends. Das gesamte Team arbeite fantastisch und jeder habe, egal in welcher Aufgabe sein Bestes gegeben.
Dass für die Gäste der ganze Abend kosten los war, erwähnt er nicht einmal. In vielerlei Hinsicht beschenkt
treten die Gäste nach und nach den Heimweg an. Ihre Gesichter strahlen vor Freude.
Weihnachtslieder, Geschichten, Geschenke und ein festliches gemeinsames Mahl: Acht zig Gäste erlebt in der Mälzerei einen Heiligabend fast wie früher.

Foto: Lahr
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